Geplanter Paprika-Anbau wird zum scharfen Tobak in der Region

Veröffentlicht am 29.04.2010 in Fraktion

Ein Teil der SPD-Fraktion mit OV Öxle und Reichenau-GF Bliestle

Vor-Ort-Termin der SPD-Fraktion in Beuren zum Thema Paprika-Anbau stösst auf reges Interesse bei den betroffenen Bürgern der nördlichen Stadtteile.

(mb)Die von Reichenauer Gärtnern geplante Überbauung von (1. Bauabschnitt) ca 11 Hektar mit Treibhäusern auf der Gemarkung Beuren a.d.Aach mit der Option auf weitere 25 Hektar war Anlass für die SPD-Fraktion, eine öffentliche Versammlung anzubieten. Dass diese Info-Veranstaltung dringend nötig war, wurde durch den regen Besuch überdeutlich: Es gab bisher keinerlei Informationen seitens der Verwaltung für die Öffentlichkeit zu diesem Thema!

Lesen Sie den Bericht von "Wochenblatt", den wir hier im Originaltext wiedergeben:

Anbau von Gemüse stößt auf Kritik

Singen-Beuren (frö). Zahlreiche Bürger des Stadtteils Beuren waren am Montag Abend in das Gemeindehaus gekommen, um auf Einladung der SPD-Fraktion das Projekt »Paprika-Anbau in Beuren« zu diskutieren. Es wurden durchaus kontroverse Standpunkte und Argumente ausgetauscht, dabei wurde vor allem seitens der Bürger bemängelt, dass der Informationsfluss über das Projekt bisher nur sehr schlecht gelaufen sei. Das war ein Grund für die SPD, den Initiator des Projektes, den Geschäftsführer der Gemüse Reichenau, Johannes Bliestle, einzuladen. Bliestle stellte das geplante Projekt noch einmal in aller Ausführlichkeit vor. Die Reichenau Gemüse wurde von Edeka angefragt, ob es nicht möglich sei, in der Region Paprika anzubauen, da dieses Gemüse sehr beliebt ist, allerdings zum Großteil aus dem Europäischen Ausland kommt. Nach einer Prüfung entschied man sich für den Standort Beuren. Hier möchte die Gemüse Reichenau auf 11 Hektar Paprika anbauen. Es werden bereits Verhandlungen geführt, das besagte Gelände liegt in der Hand von 18 Eigentümern. Auch die Stadt Singen hat hier Grund. Es wurde betont, dass Gemeinderat und Ortschaftsrat keinen Einfluss auf das Projekt haben. Entscheidend ist, dass die Eigentümer ihre Grundstücke verkaufen, danach kann die Reichenau Gemüse einen Bauantrag stellen. Johannes Bliestle möchte die Produktion von Lebensmitteln in der Region verankern. Das soll unter dem Label »Unsere Heimat« geschehen. Die Bürger äußerten Bedenken über die Wasserversorgung der Pflanzung. Was geschehe, wenn die Aach zu wenig Wasser führe, wollten die Beurener wissen. Das werde umweltrechtlich geprüft, sagte Bliestle. Das Wasser soll zu 70 Prozent aus Regenwasser kommen. Bliestle sprach von 60 neuen Arbeitsplätzen, die entstünden. Das Projekt sei am Stammtisch entschieden worden, echauffierte sich eine Bürgerin. Walafried Schrott meinte, man habe der Aach gegenüber eine Verantwortung. Unklar ist ferner, wie lange die Verträge mit der Firma Edeka laufen. Auch ob das neue Projekt vermehrten Schwerlastverkehr verursachen wird, ist noch nicht geklärt. Die Initiatoren sprechen von 10 LKW’s die Woche. Aus den Reihen der Bürger wurde bemängelt, das Projekt sei zu groß angelegt. Viele Fragen blieben offen. So auch die des ökologischen Ausgleichs.
Eine Entscheidung fiel an dem Abend nicht, doch der Austausch der Argumente ist in eine spannende Phase getreten.

Von: Johannes Fröhlich

 

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