Leben und Wirken des Singener Sozialdemokraten Richard Jäckle (1912-1990)

Veröffentlicht am 09.01.2017 in Veranstaltungen

Die SPD in Singen möchte auf eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe "Wissenswert" des Stadtarchivs Singen aufmerksam machen:

Dr. Michael Kitzing über Leben und Wirken des Singener Sozialdemokraten Richard Jäckle (1912-1990)

Richard Jäckle wuchs in Singen auf, machte eine Lehre als Schriftsetzer und engagierte sich früh in der Sozialistischen Arbeiterjugend. Trotzdem kam er relativ unbehelligt durch die NS-Zeit und hatte gemeinsam mit seinem Vater sogar die Möglichkeit, Bekannten Fluchthilfe zu leisten. 1946 wählte ihn die SPD in Baden überraschend zu ihrem Landesvorsitzenden, 1947 zu ihrem Fraktionsvorsitzenden im Freiburger Landtag. Aufgrund seiner scharfen Polemik entwickelte er sich zum Widerpart des christlich-sozialen badischen Staatspräsidenten Leo Wohleb. Dies brachte Richard Jäckle den Spitznamen „der badische Schumacher“ ein – in Anspielung auf Kurt Schumacher, den westdeutschen SPD-Parteivorsitzenden der Nachkriegsjahre. Nach der Bildung des Südweststaates gehörte Richard Jäckle der Verfassunggebenden Landesversammlung von Baden-Württemberg an. Durch den Konkurs seiner Singener Druckerei musste er sich 1952 aus dem politischen Leben zurückziehen. Seine Biographie gibt einen guten Einblick in die Lebenswelt der Arbeiterschaft in Singen in der Weimarer Zeit und ebenso einen Überblick über die Geschichte der SPD in den ersten Jahren nach 1945.

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Leni Breymaier

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