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Aktuelle-Artikel

Singener Stadtbuslinien mit neuem Konzept/ Überraschende Wende im Gemeinderat

Veröffentlicht am 08.05.2008 in Fraktion

Mit selten erlebten Einmütigkeit hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 06. Mai dem SPD-Antrag und der darob erstelten Verwaltungsvorlage zur Wiedereinführung einer 2. Buslinie zum Bruderhof seine Zustimmung erteilt. Vorausgegangen war ein zweijähriges Tauziehen um Änderungen von Fahrplänen und Busläufen unter kräftiger Beteiligung der davon betroffenen Fahrgäste.
Der neue Fahrplan gilt ab dem 5. August 2008.

Mit dem Sommerfahrplan 2006 hatten die Stadtwerke einen „optimierten“ Busfahrplan vorgelegt, der die Anschlüsse zum „Seehas“ in allen Bereichen verbessern sollte. Dies ergab an den Haltestellen mit den meisten Fahrgastaus- und Zustiegen (Bruderhof, Bahnhof und Berliner Platz/Überlingerstrasse) die fatale Situation, dass nun jeweils beide Linien nahezu zeitgleich an- und abfuhren. Dadurch war die vorher bestehende Situation, quasi einen Einviertelstundentakt zu haben, aufgehoben. Die Busse fuhren nun gemeinsam halbstündlich. Man hatte also ohne Not diese komfortable Lösung für einen total auf den Seehas abgestimmten Fahrplan geopfert. Wütender Protest aus der busfahrenden Bevölkerung, vor allem im Bruderhof, und umfangreiche Leserbriefe in der örtlichen Presse waren die Folge. Nur widerwillig und zögerlich reagierte die Verwaltung auf Verbesserungsvorschläge und auf SPD-Anträge auf eine Wiedereinführung des ursprünglichen Zustands.

Im März 2007 schien nun das Eis gebrochen zu sein: Ein neues Konzept mit entzerrten Fahrplänen und einer zusätzlichen Linie in die Neubaugebiete Remishofer Zelgle und Etzenfurth lagen dem Gemeinderat zur Abstimmung vor. Für alle überraschend, vor allem wohl für OB Ehret, der das neue Konzept mit entwickelt hatte, legte sich die CDU-Fraktion quer und verhinderte mit ihrer Mehrheit die Einführung der erweiterten Stadtlinie; stattdessen wurde die Linie 1 aus dem Bruderhof herausgenommen und zum RemishoferZelgle und zum Etzenfurth geführt. Diese Beschneidung des Bruderhofs auf nur noch eine Linie führte in der praktischen Nutzung oft, besonders im Winter, zu chaotischen Zuständen in überfüllten Bussen. Vor allem die deutlich verlängerten Fahrzeiten durch Umsteigen zum ehemals direkt erreichbaren Ärztehaus und zum Hallenbad brachten die Busnutzer auf die Barrikaden. Noch massivere Protestäusserungen und Beschimpfungen an die Adresse der „Verhinderer“ waren die Folge.

Die nun vorliegende und von allen Räten gutgeheissene Lösung ist nahezu identisch mit der schon vor einem Jahr vorgelegten Planung: Wieder eine zweite Linie für den Bruderhof und eine separate Linie zu den Neubaugebieten. Die Abstimmung je einer Linie zum Seehasanschluss und Verbesserungen zur Erreichbarkeit der Stadtteile sowie eine komplett neue Nummerierung der Buslinie bringen für die Fahrgäste einiges an Neuerungen und Erleichterungen mit. Dass diese Massnahmen auch einen weiteren Bus erforderlich machen und dadurch die Zuschüsse der Stadt für die Stadtlinie sich erhöhen, nehmen wir für eine deutliche Verbesserung des Angebots in Kauf.

Zu hoffen ist, dass sich durch das vorliegende Konzept die Zahl der Fahrgäste erhöhen wird und damit das Defizit in Grenzen gehalten werden kann. Moderate Fahrpreiserhöhungen werden auch künftig nicht ausbleiben können. Eines muss aber bleiben: Der Stadtbus ist für alle d a s innerstädtische Verkehrsmittel, auf dessen Fahrplan Verlass ist!

Manfred Bassler