Tobias Volz ist SPD-Bundestagskandidat

Veröffentlicht am 19.12.2012 in Wahlen

Nahezu einstimmig wählten die SPD-Mitglieder im Kreis Konstanz den Allensbacher Gemeinde- und Kreisrat Tobias Volz am 99. Geburtstag Willy Brandts zu ihrem Bundestagskandidaten. Im Wahlkreis Konstanz soll er vor allem Andreas Jung (CDU) das Mandat streitig machen. In einer kämpferischen Rede warb Volz um Unterstützung für einen Regierungswechsel in Berlin.

Volz, ein sozial orientierter Unternehmer, der in Allensbach einen Pflegedienst betreibt, will seine persönlichen Schwerpunkte in der Arbeit- und Sozialpolitik setzen. „Gute Arbeit muss zu gutem Lohn führen,“ nach diesem Prinzip führe er seinen Betrieb und dieser Grundsatz müsse für das ganze Land gelten. Er warnte vor dem Missbrauch der befristeter Arbeitsverträge und kritisierte die Anhebung der Mini-Job-Grenze auf 450 Euro monatlich. Dies schaffe nur einen Anreiz, reguläre Arbeitsplätze aufzuspalten.

Volz fordert, den Gedanken der sozialen Marktwirtschaft wieder in den Vordergrund zu stellen. Das Gemeinwohl müsse wieder Vorrang vor dem Egoismus und Renditemaximierung erhalten. Der Banken- und Finanzsektor müsse klar geordnet werden. Wer bei Finanzgeschäften oder Immobilien Risiken eingehe, müsse auch selbst dafür haften.

Aus eigener Erfahrung wisse Volz, wie wichtig es ist, Beruf und Familie vereinbaren zu können. Er ist nicht nur selbst seit über zehn Jahren alleinerziehend, auch viele seiner Mitarbeiterinnen haben Kinder und kommen in Probleme, wenn es unzureichende Möglichkeiten der Kinderbetreuung gebe. Scharf kritisierte Volz daher das Betreuungsgeld. Die SPD werde dieses überflüssige und schädliche Geschenk sofort wieder abschaffen und in Kindertagesstäten investieren. Während Land und Kommunen auf diesem Gebiet vieles leisten, werde der Bund seiner Verantwortung nicht gerecht.

Dem Wahlkreis Konstanz fehle nach dem Wechsel Peter Friedrichs in die Landesregierung ein guter und wahrnehmbarer Vertreter im Bundestag, bedauerte Volz. An der B 33 sei dies schmerzhaft spürbar geworden. Obwohl die Straße exakt in das neu aufgelegte Investitionsbeschleunigungsprogramm des Bundes gepasst hätte, ging die Region lehr aus. Stattdessen werde mit dem Geld „Potemkin’sche Baustellen“ in Oberschwaben errichtet. „Und was sagen unsere örtlichen Abgeordneten dazu? Nichts!“. Viel zu langsam gingen die Planungen an der Gäubahn voran, eine Baugenehmigung gebe es gar nicht, weist Volz auf Versäumnisse der Bahn hin.

Ein Bundestagsabgeordneter müsse zeigen, dass er auf der Seite der arbeitenden Menschen stehe, wenn anonyme Manager in fernen Konzernzentralen produktive Arbeitsplätze zerstören. So kritisierte Volz den Siemens-Konzern, der durch Entlassungen seine Konstanzer Sparte für Postautomation für Käufer attraktiver machen wolle.
Wer sich die wie SPD an ihren Grundwerten Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit orientiere, habe die richtigen Antworten auf die Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu den Problemen einer sich schnell wandelnden Gesellschaft. Volz zitierte Willy Brandts Satz, „wir wollen mehr Demokratie wagen.“ Intensiv wie keine andere Partei lebe die SPD Transparenz und offene Diskussion nach innen und nach außen. „Wir sind kein Kanzlerwahlverein“. Nur die SPD sei in der Lage, einen Aufbruch aus langen Jahren der Erstarrung zu schaffen.

80 von 83 anwesenden SPD-Mitgliedern sprachen sich in geheimer Abstimmung für den 44jährigen aus, dem der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz, aber auch der Radolfzeller Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt ihre Unterstützung versicherten. Wie groß die Chancen des Allensbachers sind, in den Bundestag einzuziehen, hängt auch vom SPD-Landesparteitag in Heilbronn ab, der Anfang März in Heilbronn stattfindet.

 

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Leni Breymaier

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