Verbund sichert Krankenhaus auf Dauer

Veröffentlicht am 18.07.2012 in Kommunalpolitik

„Wir können nur überleben, wenn wir zusammenarbeiten.“ Peter Fischer, Geschäftsführer des HBH-Klinikverbundes warb vor knapp 200 Zuhörern im Saal der Bonhoeffer-Gemeinde für die Zusammenarbeit der Krankenhäuser in einem leistungsfähigen Klinikverbund im Kreis.

„Singen vor der Entscheidung“ hatten die Befürworter des Gesundheitsverbundes - die Gemeinderatsfraktionen von CDU, SPD, FW und Grünen ihre Informationsveranstaltung genannt.

Die Veranstalter hatten auch Vertreter des künftigen Kooperationspartners aus Konstanz eingeladen. „Den Krankenhäusern in Konstanz geht es gut.“ sagte Bürgermeister Claus Boldt, Krankenhausdezernent der Stadt, auf die Frage nach der wirtschaftlichen Lage. Sowohl das Klinikum als auch das Vincentius Krankenhaus haben 2011 Gewinne erwirtschaftet. Boldt warf der anwesenden Veronika Netzhammer vor: „Auf ihrem Flugblatt finden sich fünf Unwahrheiten.“
„Wir sind für die nächsten zehn Jahre gut aufgestellt“ fasste Geschäftsführer Rainer Ott den Stand der Investitionsmaßnahmen am Klinikum zusammen: „Der Rettungstrakt ist gerade frisch saniert. Weitere Baumaßnahmen für die Funktionsräumlichkeiten, wie neue Operationssäle, stehen unmittelbar bevor“. Die Finanzierung der geplanten Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro sind bereits durch Förderzusagen des Landes, der Konstanzer Spitalstiftung und der Stadt gesichert, erläuterte Ott.

„Für mich ist entscheidend: Welche Abteilungen bleiben nach einer Fusion in Singen?“ wollte ein Fragesteller wissen. Alle wirtschaftlich arbeitenden Abteilungen bleiben dauerhaft in Singen erhalten, erläuterte Singens Oberbürgermeister Oliver Ehret. Vertraglich sei vereinbart, dass in den ersten drei Jahren der Zusammenarbeit alles so bleibt wie es ist „Nach diesem Zeitraum könnten wir auch unwirtschaftliche Abteilungen in Singen behalten, wenn wir den Verlust als Stadt ausgleichen. Das gab es so bisher nicht.“ fügte Ehret hinzu.

„Droht eine Privatisierung?“ wollten zahlreiche Fragesteller wissen. Mit dem Gesundheitsverbund könne man dieses Risiko vermeiden, so Fischer, der an die gerade überwundene Krise erinnerte: „Als die HBH-Kliniken 2009 vor der Pleite standen, durfte die Stadt Singen rein rechtlich nicht helfen.“ Mit dem Landkreis stehe ein leistungsfähiger Krankenhausträger bereit, bestätigte Berthold Restle, der Koordinator für den Gesundheitsverbund im Landratsamt. Dies bedeute für alle Krankenhäuser im Verbund künftig mehr Sicherheit. „Am besten vermeiden Sie die Gefahr einer Privatisierung, wenn Sie mit ,Nein‘ stimmen.“ sagte Fischer.

Spezialisierte Fachabteilungen müssten künftig eine Mindestzahl an Patienten pro Jahr operieren. Diese Zahlen erreichen künftig sowohl das Singener als auch das Konstanzer Krankenhaus nur durch den Verbund, erläuterte Ehret die Vorgaben von Bund und Krankenkassen. „Singen würde eine große Chance vertun, wenn wir nur an unseren eigenen Kirchturm denken.“ schloss der Oberbürgermeister.

 

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