Rede zum Neujahrsempfang

Veröffentlicht am 13.01.2010 in Fraktion

Kirchenrat Jürgen Rollin, Karlsruhe

Auszug aus Südkurier Ausgabe Singen 11.01.10/
Susanne Gehrman-Röhm

Kampf gegen Armut

Singen (sgr) Beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins in der Färbe referierte Kirchenrat Jürgen Rollin, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Baden zum Thema "Die Markenzeichen einer sozialen Gesellschaft" im Hinblick auf das Europäische Jahr der Armut 2010.
"Mit neuem Mut!" – so lautet das Motto des Jahrs zur Bekämpfung der Armut und Ausgrenzung, das die Europäische Union für 2010 ausgerufen hat. Die Anerkennung von Rechten wie ein Leben in Würde sowie gemeinsame Teilhabe und Verantwortung zur Förderung der sozialen Eingliederung seien die Hauptziele. "Armut geht uns alle an", davon ist auch Jürgen Rollin überzeugt. "Die Ausgrenzung der Armen beeinträchtigt die Situation aller und fordert das Engagement aller". Auch sei die Entwicklung von Strategien gegen soziale Ausgrenzung eine Herausforderung nicht nur für das Jahr 2010 sondern für das ganze nächste Jahrzehnt. Seit zwei Jahren würden die Kirchen im Land versuchen, die Landesregierung zu einer Armuts- und Reichtumsstudie zu bewegen. Bisher ohne Erfolg. Es sei schließlich gar nicht so einfach, Menschen, die in Armut leben, zu erkennen, zeigte Rollin anhand einer Begebenheit auf, die er als Pfarrer in einer Gemeinde einmal erlebt hat. Auch tauge soziales Sponsoring nicht dazu, ein dauerhaftes Fundament für soziale Gerechtigkeit zu geben.
Als Vorsitzender des Landesfamilienrates zeigte Rollin auf, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinander geht. Nach dem Armutsrisiko Nummer 1 "Arbeitslosigkeit" stehe an zweiter Stelle gleich die Situation "Alleinerziehend". Fast ein Viertel der Bevölkerung im Land lebe in Armut oder sei von Armut bedroht, erläuterte Rollin anhand von Zahlen einer Studie

Auszug aus Singener Wochenblatt 12.01.10 /
Matthias Fröhlich
Gemeinsam gegen Armut
Neujahrsempfang der SPD

Singen (frö). Der SPD-Ortsverein Singen traf sich am Sonntag in der Färbe zum traditionellen Neujahrsempfang. Die Neujahrsrede hielt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des diakonischen Werkes Baden, Kirchenrat Jürgen Rollin. Er sprach zum Thema »Markenzeichen einer sozialen Gesellschaft« unter dem Fokus des Europäischen Jahres der Armut. Ein Patentrezept gegen Armut gebe es nicht, doch die SPD habe hier im Gegensteuern eine lange Tradition, sagte Rollin. »Armut ist schwierig zu erkennen und sie ist schwierig zu umgehen«, stellte Rollin fest. Er sieht Armut oft im Verborgenen existieren. Dagegen brauche man eine soziale Sicherung. Rollin erinnerte an Artikel 14 des Grundgesetzes, wonach Eigentum verpflichte. Die Menschen bräuchten ein menschenwürdiges Dasein. In Deutschland ist Armut nicht mit Hunger verknüpft, dennoch ist sie existent. Menschen sind immer öfter unterversorgt. 80 Prozent aller Kredite von US-Banken gehen an andere Banken, diese Tendenz schleicht sich auch in Deutschland ein. »Es existieren parallele Welten, in denen man nichts mehr vom Anderen weiß«, sagte Rollin. Hier sind auch die Kirchen gefragt. Sie müssen den Sozialstaat neu justieren. Rollin plädierte für kreative Wege aus der Krise. »Wir brauchen neue Gestaltungsmöglichkeiten«. Und: Wir müssen uns nicht damit abfinden«.

 

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